
Die richtige Temperatur in einem automatisierten Geflügelstall einstellen
Wenn man eine neue, automatisierte Anlage plant, ist es verlockend, Infrarotlampen einfach als weiteren Posten in der Kalkulation zu betrachten. Doch die Lampen, die man heute auswählt, bestimmen letztendlich die Höhe der Stromrechnungen über die nächsten zehn Jahre.
Wenn man sich für die günstigste Option entscheidet oder einfach nur auf die Leistung in Watt schätzt, gerät man in Schwierigkeiten. Es entstehen kühle Bereiche, in denen die Küken zusammenkriechen – was das Wachstum der Küken beeinträchtigt. Oder man verschwendet einfach Geld, da die Lampen nicht effizient genug sind.
Der Schlüssel zur richtigen Temperatur
Für große Anlagen verwenden wir in der Regel Kurzwellen- und Mittelwellenemitter. Der Vorteil von Kurzwellen ist, dass sie direkt auf die Vögel einwirken. Dadurch wird keine Zeit damit verschwendet, die Luft vorher zu erhitzen – die Arbeit wird einfach erledigt.
Man muss jedoch vorsichtig sein: Wenn man zu hohe Leistungen verwendet, übersteigt das den Budgetrahmen. Wenn man hingegen zu niedrige Leistungen verwendet, werden die Vögel versuchen, sich gegenseitig zu wärmen. Man muss also die Abstände zwischen den Lampen genau planen und die erforderliche Leistung berechnen, damit es keine Überschneidungen der Wärmezonen gibt. Es geht dabei um ein Gleichgewicht.
Verkabelung und „unsichtbare“ Probleme
Bei großen Betrieben darf man den Spannungsabfall nicht ignorieren – das ist ein „stiller“ Feind. Ich empfehle immer Hochspannungsanlagen für solche Anlagen. Dadurch bleibt der Stromfluss gering, was bedeutet, dass man dünneres Kabel verwenden kann und kein Energieverlust auftritt.
Achten Sie auch auf die Steuerungskästen. Lampen mit hohem Leistungsbedarf belasten die Relais und Kontakte stark, besonders wenn sie zum ersten Mal eingeschaltet werden. Wenn diese Komponenten nicht für diese Belastung ausgelegt sind, verbrennen sie schneller, als es eigentlich nötig wäre.
Kompromisse bei der Lebensdauer
Es gibt einen Kompromiss zwischen der erzielten Wärmeleistung und der Lebensdauer der Lampe. Wenn man die Lampe bis zu 110 % ihrer Leistungsfähigkeit belastet, muss man die Lampen etwa 20 % früher austauschen. Es handelt sich dabei um einen Kompromiss. Wenn man die Lampen bei etwa 90 % der Leistungsfähigkeit betreibt, bleibt die Wärmestärke konstant und die Glühfäden halten länger.
Und bitte: Vernachlässigen Sie die Belüftung nicht. Wenn die Wärme im Bereich der Lampe bleibt, können die Steckdosen beschädigt werden und die Verkabelung wird beeinträchtigt. Geben Sie der Lampe etwas Raum zum Atmen.